Inhalt (10 Abschnitte)
- Beamter wechselt in die freie Wirtschaft: was sich ändert
- Beihilfe entfällt: PKV binnen sechs Monaten anpassen (§ 199 VVG)
- Gehalt über der Grenze: privat bleiben mit Arbeitgeberzuschuss
- Gehalt unter der Grenze: Versicherungspflicht als Angestellter
- Ab 55: Warum ehemalige Beamte meist privat bleiben
- Pflegeversicherung und Krankentagegeld nicht vergessen
- Rente: Nachversicherung oder Altersgeld
- Fristen beim Wechsel aus dem Beamtenverhältnis
- Drei Beispiel-Profile
- Checkliste: in dieser Reihenfolge
- Beamte sind in der GKV versicherungsfrei, weil sie bei Krankheit Bezüge und Beihilfe erhalten (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Mit der Entlassung entfallen beide.
- Fällt die Beihilfe weg, muss der Versicherer den Beihilfetarif so anpassen, dass er den Wegfall ausgleicht – ohne Risikoprüfung und Wartezeiten, wenn du den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellst (§ 199 Abs. 2 VVG).
- Liegt das Gehalt im neuen Job unter der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €), wirst du als Angestellter gesetzlich pflichtversichert; die PKV kannst du dann binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG).
- Ab 55 bleibst du meist versicherungsfrei, weil die Beamtenzeit als versicherungsfreie Zeit zählt (§ 6 Abs. 3a SGB V).
- Für die Rente wirst du in der Regel nachversichert, die Beiträge trägt der frühere Dienstherr (§ 8 Abs. 2, § 181 Abs. 5 SGB VI); Bundesbeamte können stattdessen Altersgeld wählen.
Wechselt ein Beamter in die freie Wirtschaft, entfällt mit der Entlassung die Beihilfe. Wer privat versichert bleibt, kann seinen Beihilfetarif innerhalb von sechs Monaten ohne Risikoprüfung und ohne Wartezeiten zur Vollversicherung aufstocken lassen (§ 199 Abs. 2 VVG). Liegt das neue Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €), wirst du als Angestellter gesetzlich pflichtversichert – ab 55 bleibst du nach § 6 Abs. 3a SGB V meist versicherungsfrei. Stand: Oktober 2026.
Ein Informations- und Rechnerportal.Wir sind weder dein Dienstherr noch eine Beihilfestelle oder Krankenkasse – und kein Versicherungsmakler. Über die Versicherungspflicht entscheidet deine Krankenkasse, über Versorgung und Nachversicherung dein Dienstherr und die Deutsche Rentenversicherung. Diese Seite ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Beamter wechselt in die freie Wirtschaft: was sich ändert
Als Beamter bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, weil du nach beamtenrechtlichen Vorschriften bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe hast (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Deine private Krankenversicherung ist deshalb ein Beihilfetarif: Sie deckt nur den Teil der Kosten, den die Beihilfe nicht übernimmt. Mit der Entlassung aus dem Beamtenverhältnis fallen Beihilfe und Bezügefortzahlung weg – und als Angestellter gelten die Regeln für Arbeitnehmer.
| Thema | Als Beamter | Als Angestellter in der freien Wirtschaft |
|---|---|---|
| Status in der GKV | versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2) | pflichtversichert bis zur Grenze von 77.400 € im Jahr, darüber versicherungsfrei |
| Krankheitskosten | Beihilfe plus Beihilfetarif der PKV | GKV oder PKV-Vollversicherung – die Beihilfe entfällt |
| Zuschuss zum Beitrag | keiner | Arbeitgeberzuschuss bis zur Hälfte, 2026 höchstens 613,22 € (wenn versicherungsfrei) |
| Einkommen bei Krankheit | Fortzahlung der Bezüge | sechs Wochen Entgeltfortzahlung, danach Krankengeld (GKV) oder Krankentagegeld (PKV) |
| Pflegeversicherung | anteilige, beihilfekonforme private Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 3 SGB XI) | volle Pflegeversicherung – privat oder sozial |
Das gilt auch für Beamte auf Probe oder auf Widerruf, die nicht übernommen werden oder selbst gehen. Wer in einem Anwärter- oder Ausbildungstarif versichert ist, sollte zusätzlich in die Tarifbedingungen schauen: Diese Tarife sind befristet (§ 195 Abs. 2 VVG).
Beihilfe entfällt: PKV binnen sechs Monaten anpassen (§ 199 VVG)
Der wichtigste Paragraf für dich ist § 199 Abs. 2 VVG. Er sagt sinngemäß: Entfällt der Beihilfeanspruch, hast du Anspruch darauf, dass der Versicherer den Schutz im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife so anpasst, dass der weggefallene Beihilfeanspruch ausgeglichen wird. Wird der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung gestellt, muss der Versicherer den angepassten Schutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten gewähren. Aus einem Tarif, der zum Beispiel 50 % der Kosten erstattet, wird so ein Schutz für 100 % – der Beitrag steigt entsprechend; wie stark, hängt von deinem Tarif ab.
Ohne Gesundheitsprüfung
Für den hinzukommenden Schutz führt der Versicherer keine Risikoprüfung durch, wenn du die sechs Monate einhältst – laut PKV-Verband (Stand April 2026) rückwirkend und auch für laufende Behandlungen.
Sechs Monate Zeit
Die Frist beginnt mit dem Wegfall der Beihilfe. Die Anpassung geschieht nicht automatisch – du musst sie beantragen. Wer die Frist verpasst, riskiert eine neue Gesundheitsprüfung.
Nicht für Extras
Für bessere Leistungen als bisher darf der Versicherer laut PKV-Verband prüfen. Im Basistarif gilt der Anspruch nicht (§ 199 Abs. 3 VVG).
Wurdest du über die Öffnungsaktion für Beamte aufgenommen, gibt es einen weiteren Vorteil: Wechselst du nach dem Ausscheiden binnen sechs Monaten in einen leistungsähnlichen Tarif deines Versicherers, gilt die Begrenzung der Risikozuschläge auf höchstens 30 % weiter – bezogen auf den gesamten Beitrag, sofern die Versicherungsbedingungen nichts anderes vorsehen (PKV-Verband, Öffnungsaktionen, Stand Januar 2026). Wie die Anpassung bei einem Wechsel zwischen zwei Dienstherren läuft, erklärt unser Ratgeber zum Dienstherrnwechsel und zur Beihilfe.
Gehalt über der Grenze: privat bleiben mit Arbeitgeberzuschuss
Liegt dein regelmäßiges Jahresgehalt im neuen Job vorausschauend über der Versicherungspflichtgrenze, bist du ab dem ersten Arbeitstag versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V; GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise vom 20.03.2019, Nr. 4.1). Die Grenze beträgt 2026 77.400 €; für 2027 sieht der Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 84.150 € vor (Bundesrat ausstehend). Dann bleibst du privat versichert – mit dem nach § 199 VVG aufgestockten Tarif.
Neu ist der Arbeitgeberzuschuss: Er beträgt die Hälfte deines Beitrags, 2026 höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung, zusammen 613,22 € (§ 257 Abs. 2 SGB V, § 61 SGB XI). Der Arbeitgeber braucht dafür die Bescheinigung deines Versicherers. Wie sich der Zuschuss berechnet, zeigt der Ratgeber PKV-Arbeitgeberzuschuss.
Grenze 2027 bei Wechsel zum Jahresende prüfen.Für Angestellte, die am 31.12.2026 wegen Überschreitens der Grenze versicherungsfrei und privat versichert sind, sieht der Entwurf eine Bestandsgrenze von 80.550 € vor. Ob sie auch für ehemalige Beamte gilt, ist nach dem Entwurf nicht eindeutig. Wer mit einem Gehalt zwischen beiden Werten 2027 wechselt, sollte sich die Einordnung von der Krankenkasse bestätigen lassen.
Versicherungspflichtgrenze 2026 und 2027
Jahresarbeitsentgelt in Euro – darüber bist du als Angestellte/r versicherungsfrei
§ 6 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 6 und Abs. 8 SGB V; *Rechengrößen 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend.
Gehalt unter der Grenze: Versicherungspflicht als Angestellter
Verdienst du im neuen Job weniger als die Grenze, bist du ab dem ersten Arbeitstag gesetzlich pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Eine Befreiung nach § 8 SGB V passt für ehemalige Beamte in der Regel nicht: Die Befreiung für Teilzeit (Nr. 3) setzt voraus, dass du seit mindestens fünf Jahren wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei warst – als Beamter warst du aus einem anderen Grund versicherungsfrei. Verbindlich prüft das die Krankenkasse; alle Befreiungsgründe stehen unter Befreiung nach § 8 SGB V.
Mit der Versicherungspflicht hast du drei Monate, um deine PKV rückwirkend zum Beginn der Pflicht zu kündigen; den Nachweis der Versicherungspflicht musst du auf Aufforderung des Versicherers innerhalb von zwei Monaten erbringen (§ 205 Abs. 2 VVG). Statt zu kündigen, kannst du den Vertrag als Anwartschaft fortführen: Dann sicherst du dir die Rückkehr ohne neue Gesundheitsprüfung, falls du später wieder über die Grenze kommst. Die kleine Anwartschaft kostet bei DKV und HUK-COBURG 5 % des Beitrags; deinen Fall rechnet der Anwartschafts-Rechner, das Fristende der Fristenrechner.
Für die Familie kann der Wechsel in die GKV ein Vorteil sein: Ehepartner und Kinder mit einem Gesamteinkommen bis 565 € im Monat (2026) können beitragsfrei familienversichert werden (§ 10 SGB V) und ihre PKV dann ebenfalls binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 Satz 5 VVG). Kinder sind allerdings ausgeschlossen, wenn der nicht gesetzlich versicherte Elternteil mehr als 6.450 € im Monat und mehr als du verdient (§ 10 Abs. 3 SGB V). Warst du als Beamter mit pauschaler Beihilfe freiwillig gesetzlich versichert, entfällt der Zuschuss des Dienstherrn; unter der Grenze wirst du pflichtversichert, darüber bleibst du freiwilliges Mitglied mit Arbeitgeberzuschuss.
Ab 55: Warum ehemalige Beamte meist privat bleiben
Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Die Beamtenzeit ist eine versicherungsfreie Zeit. Ein langjährig privat versicherter Beamter, der mit 57 in die freie Wirtschaft wechselt, bleibt deshalb auch mit einem Gehalt unter der Grenze in aller Regel versicherungsfrei – und muss seinen Beihilfetarif nach § 199 VVG aufstocken. Den Arbeitgeberzuschuss bekommt er trotzdem: § 257 Abs. 2 SGB V erfasst auch Beschäftigte, die nach § 6 Abs. 3a versicherungsfrei sind. Mehr zur 55er-Regel steht unter PKV über 55.
Pflegeversicherung und Krankentagegeld nicht vergessen
Pflege: Als Beamter hast du eine anteilige, beihilfekonforme private Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 3 SGB XI). Ohne Beihilfe brauchst du vollen Pflegeschutz: Wirst du gesetzlich krankenversichert, bist du in der sozialen Pflegeversicherung; bleibst du privat, muss deine private Pflegepflichtversicherung den vollen Umfang abdecken (§ 23 Abs. 1 SGB XI). Wie die Umstellung bei deinem Vertrag läuft, klärst du mit deinem Versicherer – am besten im selben Schreiben wie die Anpassung nach § 199 VVG.
Krankentagegeld: Als Beamter wurden deine Bezüge bei Krankheit weitergezahlt. Als Angestellter bekommst du sechs Wochen Entgeltfortzahlung, den Anspruch erst nach vier Wochen im neuen Job (§ 3 EntgFG). Danach zahlt die GKV Krankengeld; in der PKV brauchst du dafür ein Krankentagegeld. § 199 Abs. 2 VVG spricht nur von den bestehenden Krankheitskostentarifen – ein neuer Tagegeldtarif ist davon nach dem Wortlaut nicht erfasst, der Versicherer kann dafür Gesundheitsfragen stellen. Plane das frühzeitig.
Rente: Nachversicherung oder Altersgeld
Wer ohne Anspruch auf Versorgung aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet, wird für die versicherungsfreie Zeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert – das gilt für Beamte auf Lebenszeit, auf Zeit, auf Probe und auf Widerruf im Vorbereitungsdienst (§ 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI). Die Beiträge trägt der frühere Dienstherr (§ 181 Abs. 5 SGB VI). Für Bundesbeamte auf Lebenszeit gibt es eine Alternative: Wer vor dem Ende des Dienstverhältnisses erklärt, statt der Nachversicherung das Altersgeld in Anspruch nehmen zu wollen, erhält dieses nach dem Altersgeldgesetz (§ 1 AltGG). Ob dein Land eine vergleichbare Regel hat und was für dich günstiger ist, klärst du mit deinem Dienstherrn und der Deutschen Rentenversicherung – das ist keine Frage, die wir hier beantworten können.
Fristen beim Wechsel aus dem Beamtenverhältnis
| Was | Frist | Grundlage |
|---|---|---|
| Beihilfetarif zur Vollversicherung aufstocken – ohne Risikoprüfung und Wartezeiten | 6 Monate nach Wegfall der Beihilfe | § 199 Abs. 2 VVG |
| Begrenzung der Risikozuschläge aus der Öffnungsaktion behalten | Antrag binnen 6 Monaten, leistungsähnlicher Tarif | PKV-Verband, Öffnungsaktionen |
| PKV bei Versicherungspflicht rückwirkend kündigen | 3 Monate ab Beginn der Pflicht; Nachweis binnen 2 Monaten nach Aufforderung | § 205 Abs. 2 VVG |
| Anwartschaft statt Kündigung | vor Ablauf der Kündigungsfrist vereinbaren; späteren Wegfall des Grundes meist binnen zwei Monate anzeigen | Versicherer-Bedingungen |
| Arbeitgeberzuschuss (wenn versicherungsfrei) | ab Beginn der Beschäftigung; Bescheinigung des Versicherers vorlegen | § 257 Abs. 2, 2a SGB V |
| Entgeltfortzahlung im neuen Job | Anspruch nach 4 Wochen, für bis zu 6 Wochen | § 3 EntgFG |
Drei Beispiel-Profile
Rechenbeispiele mit den Werten 2026, keine echten Kundenfälle.
Ingenieur, 38, Wechsel mit 90.000 €
Über der Grenze: versicherungsfrei ab dem ersten Tag. Er beantragt binnen sechs Monaten die Aufstockung nach § 199 VVG, der Arbeitgeber zahlt bis 613,22 € im Monat dazu. Ein neues Krankentagegeld beantragt er mit Gesundheitsfragen.
Verwaltungsbeamtin, 41, Wechsel mit 60.000 €
Unter der Grenze: gesetzlich pflichtversichert ab dem ersten Tag. Sie vereinbart binnen drei Monaten eine kleine Anwartschaft statt zu kündigen; ihre Kinder können familienversichert werden, wenn § 10 Abs. 3 SGB V nicht entgegensteht.
Beamter, 57, Wechsel mit 65.000 €
Unter der Grenze, aber seit Jahrzehnten privat und versicherungsfrei: Nach § 6 Abs. 3a SGB V bleibt er in aller Regel versicherungsfrei. Er stockt seinen Tarif nach § 199 VVG auf und erhält den Arbeitgeberzuschuss.
Checkliste: in dieser Reihenfolge
1. Gehalt gegen die Grenze halten
Neues Jahresgehalt mit festen Sonderzahlungen gegen 77.400 € (2026) bzw. 84.150 € (2027, Entwurf) prüfen; ab 55 zusätzlich die 55er-Regel.
2. Versicherer informieren
Wegfall der Beihilfe mitteilen und die Anpassung nach § 199 Abs. 2 VVG schriftlich beantragen – innerhalb von sechs Monaten, für dich und mitversicherte Angehörige.
3. Pflege und Krankentagegeld klären
Volle Pflegeversicherung sicherstellen, Krankentagegeld für die Zeit nach der Entgeltfortzahlung planen.
4. Bei Versicherungspflicht entscheiden
Binnen drei Monaten: PKV kündigen, als Anwartschaft fortführen oder als Zusatzversicherung umbauen.
5. Rente klären
Nachversicherung oder – als Bundesbeamter – Altersgeld vor dem Ausscheiden mit dem Dienstherrn besprechen.
Weitere Lebenslagen findest du in der Übersicht PKV-Lebenslagen: Ratgeber für jeden Statuswechsel; den allgemeinen Jobwechsel unter PKV beim Jobwechsel. Für alle Beihilfe-Fragen rund um Versetzung und Pension gibt es den Überblick Beihilfe bei Statuswechsel. Welche Frist für dich läuft, zeigt der kostenlose Statuswechsel-Check in 60 Sekunden – ohne Gesundheitsfragen.
Häufige Fragen
Was passiert mit meiner PKV, wenn ich als Beamter kündige?
Der Vertrag läuft weiter, aber dein Beihilfetarif deckt nur noch den Teil der Kosten, den bisher nicht die Beihilfe getragen hat. Du hast Anspruch darauf, dass der Versicherer den Schutz so anpasst, dass der weggefallene Beihilfeanspruch ausgeglichen wird. Stellst du den Antrag innerhalb von sechs Monaten, geschieht das ohne Risikoprüfung und ohne Wartezeiten (§ 199 Abs. 2 VVG).
Muss ich nach der Entlassung aus dem Beamtenverhältnis in die GKV?
Nur wenn du danach versicherungspflichtig wirst – als Angestellter mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €, 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €, Bundesrat ausstehend). Liegst du darüber, bist du ab dem ersten Arbeitstag versicherungsfrei und kannst privat bleiben. Ab 55 bleibst du nach fünf Jahren ohne gesetzliche Versicherung meist versicherungsfrei (§ 6 Abs. 3a SGB V).
Muss mich die PKV nach dem Wegfall der Beihilfe ohne Gesundheitsprüfung voll versichern?
Für den Ausgleich der weggefallenen Beihilfe ja, wenn du den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellst: ohne Risikoprüfung und ohne Wartezeiten, laut PKV-Verband auch rückwirkend und für laufende Behandlungen. Für bessere Leistungen als bisher, etwa ein Upgrade im Krankenhaus, darf der Versicherer die Gesundheit prüfen. Im Basistarif gilt der Anspruch nicht (§ 199 Abs. 3 VVG).
Zahlt mein neuer Arbeitgeber einen Zuschuss zur PKV?
Ja, wenn du als Angestellter versicherungsfrei bist – wegen eines Gehalts über der Grenze oder nach der 55er-Regel. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte deines Beitrags, 2026 höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung, zusammen 613,22 € (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). Dafür braucht er eine Bescheinigung deines Versicherers.
Können ehemalige Beamte zurück in die GKV?
Unter 55 ja, über eine Versicherungspflicht – typischerweise als Angestellter mit einem Gehalt unter der Grenze. Eine Befreiung nach § 8 SGB V passt für ehemalige Beamte in der Regel nicht, weil die Teilzeit-Befreiung fünf Jahre Versicherungsfreiheit wegen der Jahresarbeitsentgeltgrenze voraussetzt. Ab 55 ist der Weg meist versperrt (§ 6 Abs. 3a SGB V); verbindlich prüft das deine Krankenkasse.
Was passiert mit meiner Rente, wenn ich das Beamtenverhältnis verlasse?
Wer ohne Anspruch auf Versorgung ausscheidet, wird für die versicherungsfreie Dienstzeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert (§ 8 Abs. 2 SGB VI); die Beiträge trägt der frühere Dienstherr (§ 181 Abs. 5 SGB VI). Bundesbeamte auf Lebenszeit können stattdessen vor dem Ausscheiden das Altersgeld wählen (§ 1 Altersgeldgesetz). Die Einzelheiten klärst du mit deinem Dienstherrn und der Deutschen Rentenversicherung.
Quellen
- § 199 VVG – Beihilfeempfänger – Wortlaut abgerufen 12.10.2026
- PKV-Serviceportal: Ihr Krankenversicherungsschutz bei Änderung oder Wegfall der Beihilfe – Stand April 2026
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung (Öffnungsaktionen) – Stand Januar 2026
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Abs. 1 Nr. 1 und 2, Abs. 3a) – abgerufen 12.10.2026
- § 8 SGB V – Befreiung von der Versicherungspflicht
- § 205 VVG – Kündigung des Versicherungsnehmers (Abs. 2)
- § 257 SGB V – Beitragszuschüsse für Beschäftigte
- § 23 SGB XI – Versicherungspflicht für Versicherte der privaten Krankenversicherung (Abs. 3: Beihilfeberechtigte) – abgerufen 12.10.2026
- § 8 SGB VI – Nachversicherung – abgerufen 12.10.2026
- § 181 SGB VI – Berechnung und Tragung der Nachversicherungsbeiträge
- § 1 Altersgeldgesetz (AltGG) – abgerufen 12.10.2026
- § 3 EntgFG – Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
- GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zur Versicherungsfreiheit bei Überschreiten der JAEG – 20.03.2019, Nr. 4.1
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der privaten Krankenversicherung bei Statuswechsel (Teilzeit, Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Auszeit, Anwartschaft) (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse, keine Arbeitsagentur, kein Jobcenter; über Versicherungspflicht, Befreiung und Zuschüsse entscheiden allein diese Stellen. Herausgeber: KV-Statuswechsel.de. KV-Statuswechsel.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.